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GESCHICHTE

1921 – 1927

Die Geburtsstunde des Angermünder Fußballs schlug im Frühjahr 1921. Am 19. März erschien in der „Angermünder Zeitung“ eine Anzeige mit folgender Einladung: „Angermünder Sportverein ladet Fußballer, auch ältere Herren zur Gründungsversammlung Dienstag, den 15., abends 8.00 Uhr im Kaisergarten ein. Der Einberufer.“ Von dieser Gründungsversammlung wurde später berichtet, dass fußballbegeisterte Angehörige der damaligen Garnision und Angermünder Fußball-Liebhaber sich zusammensetzten und den ersten Angermünder Fußballverein: den FC Rasensport 1921 gründeten. Für die Angermünder Einwohner war diese Gründung etwas Neues, denn bis zu diesem Zeitpunkt hatte hier niemand diese Sportart betrieben. Als die ersten Fußballspiele öffentlich ausgetragen wurden, waren es nur wenige, die sich als Zuschauer auf dem Spielplatz einfanden, um das Fußballspielen anzusehen und es vom Technischen her kennenzulernen. Die Spiele wurden zunächst auf dem Kleinen Feld, dem damaligen Exzerzierplatz der Garnision in der Schwedter Straße 36, hinter der heutigen Halle der ehemaligen Maschinen- und Fahrzeug GmbH durchgeführt. Es dauerte nicht lange, und die Zeitung berichtete über die ersten ausgetragenen Fußballspiele. Über das Heimspiel am Sonntag, den 17. Juli 1921, berichtete die „Angermünder Zeitung“ 2 Tage später. Zu Gast war die Schwedter Garnisionsmannschaft Reiterregiment 6. Sie wurde mit 8:1 vom FC Rasensport besiegt, was den Redakteur veranlasste zu schreiben: „Bravo – Rasensport! – Möge die Elf auch weiterhin nur als Sieger die Farben von Angermünde vertreten.“

FC Rasensport
FC Rasensport 1921 AngermündeBild 2: Postkartenmotiv FC Rasensport Angermünde von 1931

Die Anzahl der Klubmitglieder wuchs, und so wurden Mitte der zwanziger Jahre schon zwei Mannschaften für Wettkämpfe vorbereitet und eingesetzt. Eine Mannschaft konnte sogar in die höhere Spielklasse aufsteigen.

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Anstecknadel des FC Rasensport Angermünde

1928 – 1945

Einen Rückschlag erlebte der FC Rasensport durch den Weggang der Garnision aus Angermünde 1928. Er brauchte 3 Jahre, um den alten Mitgliederstand wieder zu erreichen. Am 25.01.1929 gründete sich ein weiterer Fußballclub in Angermünde. Er nannte sich Arbeiter-Sportverein 1929. 35 Mitglieder waren von Anfang an dabei. Am 03.02.1929 trat der ASV Angermünde erstmalig in Erscheinung, und zwar auf dem inzwischen neu geschaffenen Jahnsportplatz gegen Teutonia.

Einweihung des Jahn-Sportplatzes 1929

Im Jahre 1931 fand aus Anlass des 10jährigen Bestehens des FC Rasensport 1921 im großen Saal der Reichshalle (Haus Uckermark) ein Stiftungsfest statt. Auch der Männerturnverein Angermünde schien sich mit Fußball zu beschäftigen. Eine überlieferte Urkunde vom 24.02.1933 weist die 1. Mannschaft des MTV als Sieger in einem Rundenturnier aus. Am 29.08.1935 erreichte der FC Rasensport I gegen Union Freienwalde ein 5:3. In diesem Jahr wurde der Kleine Exzerzierplatz für den Fußballsport verbreitert. Am 12.03.1936 würdigte die „Angermünder Zeitung“ 15 Jahre Fußball und seine Entwicklung. In der folgenden Saison waren die Angermünder Fußballer nicht so erfolgreich. Als Gründe wurden Erkrankungen, Abgänge zum Militär und zum Arbeitsdienst genannt. Der 2. Weltkrieg verursachte immer mehr Ausfälle bei den Mannschaften. Schließlich kam ein ordentlicher Wettkampfbetrieb zum Erliegen.

Bild: Trotz Kriegsgeschehen fanden gelegentlich Fußballspiele statt – hier Sieg einer Angermünder Mannschaft beim Pokalspiel in Strausberg 1941

1946 – 1989

Nach Kriegsende kamen Sportwettkämpfe, darunter auch Fußballspiele nur schwer in Gang. Viele ehemalige Fußballer waren gefallen, kriegsversehrt oder verblieben in mehr oder weniger langer Kriegsgefangenschaft. Materielle und finanzielle Mittel standen nicht zur Verfügung. Es bedurfte neuer Enthusiasten, die sich für den Fußballsport einsetzten. Als im Haus des Deutschen Sportausschusses der DDR im Juli 1950 die 1. konstituierende Sitzung des Fachausschusses Fußball stattfand und eine Hinwendung zu Betriebssportgemeinschaften beschlossen wurde, gab es schon längst wieder Fußballspiele in Angermünde. Daran können sich Karl-Heinz Schlünz, der bereits seit 1946 der neuen Sportbewegung angehörte, und Erich Morlock, damals aktiver Lok-Fußballer, noch sehr gut erinnern. In Angermünde gab es, den Erinnerungen von Karl-Heinz Schlünz zufolge, die Zentrale Sportgemeinschaft „Werner Seelenbinder“. Solche Sportgemeinschaften wurden in den Jahren 1947/48 gegründet. Sie bestanden bis zur Bildung der Betriebssportgemeinschaften. In der Spielserie 1950/51 wurde erstmals in Landes-, Bezirks- und Kreisklasse gespielt. Angermünde war mit Lok und Konsum Angermünde in der Kreisklasse vertreten. Karl-Heinz Schlünz erinnert sich, dass sich aus der ZSG die BSGn (Betriebssportgemeinschaften) Konsum mit Übergang zur BSG Empor ab 1952, Einheit, Traktor und Dynamo entwickelt haben. Wie sich der langjährige Fußballer Erich Morlock erinnert, war im Reichsbahnbetrieb Angermünde die SG „Volldampf“ Angermünde mit einer Sektion Fußball gegründet worden. Das geschah am 10.06.1949. Mit der Gründung dieser Sportgemeinschaften waren Voraussetzungen geschaffen worden, organisiert Fußballspiele stattfinden zu lassen. Sie wurden nunmehr auf dem Jahn-Sportplatz (heute: Jahnstadion) durchgeführt, denn der ehemalige Exzerzierplatz stand nicht mehr zur Verfügung. In diesen Jahren waren Spielbekleidung, Fußballschuhe und Fußbälle sehr rar. Die Schuhe wurden kameradschaftlich ausgetauscht. Sie waren alt und mussten oft vom Schuster Konrad, der selbst bei der SG Einheit Angermünde spielte, genäht und wieder einsatzbereit hergestellt werden. Ab Herbst 1950 spielte die 1. Mannschaft der BSG Lok schon in der ersten Kreisklasse. Zum Aufstieg in die Bezirksklasse reichte es jedoch bis zum Ende des Bestehens von Lok Angermünde im Jahre 1959 nicht.

BSG Lok Angermünde 1951

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Empor Angermünde aber belegte in der Bezirksklasse Nord nach einem 3:1 Auswärtssieg bei Aufbau Klosterfelde nach 5 Spieltagen im Oktober 1952 den ersten Tabellenplatz. Am Ende der Saison war man Dritter, hinter Aufbau Klosterfelde und Einheit Freienwalde. In der ersten Mannschaft spielten unter anderem Damerow, Schmidt, K.-H., Ballenthin, Dreyer, Barkowski, Lüdtke, Hinz, Schlünz, Hammel und Holz. Die SG Dynamo, Lok und Empor Angermünde gab es nicht mehr, erreichte Anfang der 60er Jahre den größten Erfolg. Sie wurde Erster der Bezirksliga Staffel Nord im Bezirk Frankfurt (Oder) und absolvierte zwei Aufstiegsspiele zur damaligen 2. DDR-Liga. Gegner war Fürstenwalde. Das Hinspiel verlor man mit 0:3 zu Hause und das Rückspiel auswärts endete 3:3. In der Mannschaft spielte unter anderem Maschke, Grabosch, Bethke, Pohl, Hellmuth, Schlünz, Meier und Barkowski. Karl-Heinz Schlünz erinnert sich, dass sie im Rückspiel nach 10 Minuten bereits 2:0 führten, und er selbst eine 100prozentige Chance zum 3:0 versiebte. Während neben der SG Dynamo auch die SG Einheit bestand, gründete sich am 15.09.1966 die TSG Angermünde. Unter Kapitän Jörg Magaschütz konnte die TSG Angermünde in der erfolgreichen Saison 1982/83 in der Bezirksklasse Nord drei Auswärtssiege in Folge erreichen, zuletzt gegen Fortschritt Schwedt mit 5:0. Die anschließende Saison 1983/84 verlief für die TSG-Fußballer weniger erfreulich. Längerfristige Ausfälle von Kremzow, Jachmann und Rückbrecht waren zu verkraften. Beständige Leistungen in den Folgejahren erreichten vor allem Torsten Frey, Egbert Stepper, Andreas Strache, Thomas Bönisch, Thomas Spann, Klaus Vörtmann, Heinz Magaschütz, Udo Pollex, um nur einige zu nennen.

1990 – 2007

Die erste Saison nach der politischen Wende ist mit dem Aufstieg in die Bezirksklasse für die TSG Angermünde gleich eine erfolgreiche Spielzeit. Nach einem sechsten Rang in der Bezirksklasse, reicht es in der Saison 1992/93 nicht für die Landesebene und der Abstieg in die Ost-Uckermarkliga folgt.

Neun lange Kreisligajahre stehen an, in denen der Angermünder Fußball vier Höhepunkte zu verzeichnen hat.

Im April 1994 erfolgt die Herauslösung der Abteilung Fußball aus der TSG Angermünde und die Gründung des Angermünder FC e.V. Das erste Präsidium besteht aus den Sportfreunden Klaus Vörtmann, Thomas Bönisch, Irina Magaschütz, Karl-Heinz Schlünz, Andreas Strache, Frank Frommann und Michael Kossatz. Ab dem 01.01.2001 übernimmt der Verein die Trägerschaft des Jahnstadions und beginnt ab dem Jahr 2002 das Gelände nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. So werden in den Folgejahren ein neues Sanitärgebäude, ein dritter Rasenplatz, eine Beach-Volleyballanlage und eine Flutlichtanlage gebaut. Marode Gebäude und Anlagen, wie Kassenhäuschen, Kiosk, Barrieren und das alte Umkleidegebäude mit Sprecherturm müssen weichen. Sportlich reicht es in der Zeit von 1994 – 2002 kaum für richtige Höhepunkte. In der Kreisliga belegt man zweite bis fünfte Plätze (auch ein achter Rang als schlechtester Tabellenplatz in der Saison 1999/2000 ist zu verzeichnen). Nur im Kreis- und Landespokal kann der junge Verein Erfolge feiern. So gewinnt der Angermünder FC 1997,1999 und 2001 den Kreispokal und erreicht in der Saison 97/98 das Achtelfinale des Landespokals. In der Saison 2001/2002 schafft das Team den ersten Platz und den damit verbundenen Aufstieg in die Landesklasse Nord. Aber wie auch schon beim letzten Mal dauerte das Abenteuer „Landesebene“ nur zwei Spielzeiten.

Den angepeilten Wiederaufstieg verpasste man nach spannenden Spielzeiten 2004/2005 und 2005/2006. Erst in der Saison 2006/2007 sollte es zu einer Rückkehr in die Landesklasse Nord reichen.

1. Männermannschaft der Saison 2006/2007

2008 – 2014

In den folgenden Jahren wird im Männerbereich viel experimentiert. Nicht nur der Verbleib in der Landesklasse Nord soll gesichert werden. Auswärtige und talentierte Spieler, aber auch namhafte Trainer sollen den großen Erfolg bringen. Leider reicht es nie für den ganz großen Wurf. Trainer Tjen Cheng beeindruckt und überzeugt mit „neuen“ Trainingsmethoden, hat aber Defizite im zwischenmenschlichen Bereich, sodass der Vorstand im Frühjahr 2008 die Konsequenzen zieht. Vize-Präsident Bönisch übernimmt vorübergehend das Ruder bis man zur Saison 2009/2010 mit Erich Hamann einen ehemaligen DDR-Nationalspieler und Teilnehmer der Fußballweltmeisterschaft 1974 verpflichten kann. Die Liaison hält leider nur eine knappe Spielzeit. Hamann kann letztendlich trotz seiner großen Erfahrung und seinem Wissen die Spieler der Männermannschaften nicht erreichen. Trotz des Ziehens der Reißleine einige Spieltage vor Saisonende, reicht es in der Saison 2009/2010 nicht mehr für den Klassenerhalt in der Landesklasse Nord. Hoch erfreulich verläuft dagegen die erste Landesliga-Saison der Frauen. Mit nur einer Niederlage steht am Ende Platz 1 in der Landesliga Nord zu Buche. Der Aufstieg in die Brandenburgliga gelingt jedoch nicht, da die folgenden Aufstiegsspiele nicht gewonnen werden können.

Frauenmannschaft Saison 2009/2010

In der Saison 2010/2011 treten die Männer wieder auf Kreisebene, mit dem Ziel Wiederaufstieg, an. Wie auch nach den vorherigen Ausflügen in der Landesklasse ist das Ziel „Wiederaufstieg“ nicht sofort erreichbar. Am Ende fehlt den Männern ein Punkt. Spannend ist es jedoch bis zum letzten Spieltag. Der Gewinn des Kreispokals tröstet nur wenig über den verpassten Aufstieg hinweg. Fast kommt es zu einem vereinsinternen Kreispokalfinale und damit zu einem Novum. Nur knapp scheitert die Reserve im Pokalhalbfinale. Dies beschäftigt die Verantwortlichen des Fußballkreises so sehr, dass man in der Saison 2011/2012 kurzerhand die Regelwerk ändert und somit ein vereinsinternes Finale für die Zukunft ausgeschlossen werden kann. Auch die Frauen verpassen ihr erklärtes Ziel. Der erste Platz sollte es erneut sein, um endlich in die Brandenburgliga aufzusteigen. Am Ende der Saison 2011/12 schafften die Frauen den Aufstieg wieder nicht und wurden in den Playoffspielen letzter. Aber in der Landesliga Nord schafften sie den zweiten Platz. Ein sehr großen Erfolg für die Zukunft schaffte die erste und zweite Männermannschaft. Beide wurden souverän in der Kreisliga und Kreisklasse Erster und spielen in der kommenden Saison 2012/2013 in der Landesklasse und Ostuckermarkliga. Mit Ihrer bis dahin besten Saison der Vereinsgeschichte krönte sich unsere 1. Männermannschaft in der Saison 2012/13. Man wurde sensationell 4. am Ende einer harten Saison.

Nach Ihrer bis dahin besten je gespielten Landesklasse-Saison waren die Akteure bestrebt diese zu bestätigen / eventuell noch zu verbessern. Dieses Unterfangen gelang eindrucksvoll mit dem 5. Tabellenplatz und den Erfolgen im neu formierten Kreispokal. Wenige Tage nach dem Pokalerfolg glänzte unsere Erste noch mit dem Gewinn des Supercups. Allerdings soll hier auch nochmal erwähnt werden, dass die E-, D-, und C-Junioren in Ihren Meisterschaften allesamt den goldenen Platz 1 belegten und so Titel für den Verein einsammeln konnten. Ebenfalls war das große Vereinsjubiläum zu bejubeln. Man durfte sich auf der heimischen Anlage mit dem F.C. Hansa Rostock messen. Man unterlag zwar mit 0:11, aber alle Akteure sind mit einem Lächeln vom Platz gegangen. Sicherlich eine der schöneren Niederlagen in einer Amateurfußballerkarriere. Hier geht es zum Spielbericht – bitte anklicken.

Alle Tore und Interviews vom Spiel des Angermünder FC gegen den F.C. Hansa Rostock gibt es hier:

>>> hier geht es zu den Toren <<<
>>> hier geht es zu den Interviews <<<

Das dritte Jahrzehnt

Nach zwei erfolgreichen Spielzeiten in der Landesklasse ging es für die AFC-Mannen in die ominöse dritte Saison (2014/15) in der Landesklasse, denn die Historie belegt, dass damit meistens der Abstieg verbunden war. Doch diesmal kam alles anders. Nachdem das Trainerduo Thomas Bönisch/Jens Klitzner den Staffelstab an Christian Kalainski übergab, spielte man wiederum oben mit und musste trotzdem nach drei Niederlagen in Folge zu Beginn der zweiten Halbserie den Trainer wechseln, Bönisch kehrte zurück. Bis zum letzten Spieltag dauerte die Aufholjagd, ein Sieg im letzten Spiel gegen Grün-Weiß Ahrensfelde hätte sogar den Aufstieg in die Landesliga gebracht – es reichte aber nur zu einem Remis und dem zweiten Platz.
Die Saison 2015/16 war zum Durchschnaufen sehr gut geeignet, um A-Junioren zu integrieren und nach dem 9. Platz folgte in der 23. Saison seit Bestehen das Highlight. Mit 77 (übrigens die Rückennummer von Kapitän Martin Rakoczy) von 90 möglichen Punkten spielte unser Team eine überragende Saison, der Favorit aus Ahrensfelde konnte um zwei Punkte distanziert werden. Der Meistertitel und der Aufstieg in die Landesliga sind eine Sensation und der absolute Höhepunkt für den Verein.